Hauptstädtchen

Hauptstädtchen

Wenn Melbourner über Canberra sprechen, dann klingt das in etwa so wie Hamburger, die über Hannover reden: „You can skip that, there’s nothing to see“.

Ich konnte es aber nicht überspringen, weil, es auf der Strecke lag und ich hier gut übernachten konnte.

Davor lag meine erste Tour mit dem Greyhound-Bus. Acht Stunden dauert die Fahrt von Melbourne in die Hauptstadt Canberra. Die Zeit hatte ich mir deutlich schlimmer vorgestellt. Die Sitze sind sehr bequem, der Bus ist nicht ausgebucht, so dass jeder auch den Nebensitz frei hat. Man kann sich als ordentlich breit machen und die Landschaft an sich vorüberziehen lassen:

Gegen 21 Uhr kam ich in Canberra an, einchecken ins Hostel und gleich ins Bett – hoffentlich klappt es diese Nacht mit dem durchschlafen, der Jetlag ist bisher noch nicht überwunden. Naja, es dauert zwar etwas, bis ich tatsächlich einschlafe – aber dafür schalfe ich fast die ganze Nacht durch. Sehr schön.

Ich hätte gleich mit dem nächsten Bus weiter fahren können, wollte mir aber dann doch zumindest einen Tag Canberra anschauen und habe entschieden, mit dem Nachtbus weiter zu fahren. Bin mal gespannt, wie gut man in den Greyhound Bussen schläft.

Canberra, wurde zur Hauptstadt, weil Sydney und Melbourne sich nicht einigen konnten, wer von beiden es denn nun seien soll. Also stampften die Australier irgendwo zwischen den beiden Metropolen, so ca. ab 1913 eine neue Stadt ins Nichts, die seit 1927 nun auch tatsächlich Hauptstadt ist.

Und ich finde, dass die Typen, die am Reißbrett saßen und diese Stadt geplant haben, einen ganz guten Job gemacht haben. Die Stadt liegt um einen See, der aus einem aufgestauten Fluß entstanden ist. (Kommt mir irgendwie bekannt vor, besonders dass eine große Föntäne diesen See ziert.)

Wie es so für Regierungssitze üblich, wurden lange Blick- und Wegeachsen gepalnt, auf denen die gepanzerten Staatskarossen mit kilometerlangen Eskorten natürlich so richtig Eindruck machen. Und überall stehen Kunstwerke, markante Bauwerke oder sonstige Monumente rum.

Das besondere an der Stadt aber ist, dass sehr viele Grünflächen erhalten blieben, teils auch komplett naturbelassen. So stehen auch heute noch viele Eukalytusbäume in den Straßen, deren Duft einem immer wieder um die Nase weht.

An Tagen ohne Regierungsbetrieb kann jedermann das Parlamentsgebäude besuchen. Nach einer Sicherheitskontrolle konnte man auf eigene Faust das Haus erkunden.

Unterwegs kam ich an einem Stadtteilfest vorbei, an dem die örtliche Feuerwehr ihr Fahrzeug für kleine Kinder ausstellte – Manchmal macht man damit aber auch große Kinder glücklich. Nach einem kleinen Plausch mit den Feuerwehr-Kollegen mache ich mich auch zum Busbahnhof – auf den Weg zu meiner nächsten Station „Coffs Harbour“

Fazit zu Canberra: Es ist auf keinen Fall ein verschenkter Tag, sich die Stadt einmal anzuschauen – besonders nach dem quirligen Melbourne ist das ruhige und gemächliche Canberra ein guter Kontast.

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